Original-/Alternativtitel: Scream and Scream Again
Jahr: 1970
Regisseur: Gordon Hessler
Schauspieler: Vincent Price (Dr. Browning, bzw. In der Deutschen Fassung Dr. Mabuse), Christopher Lee (Fremont), Peter Cushing (Major Heinrich), Christopher Matthews (David Sorel)
Vorwort:
Der heutige Anlass gebietet es mir, mal über die Horror-Duos der guten, alten Zeit zu reden. Am, Anfang, da waren Karloff & Lugosi, die in insgesamt sieben Horrorfilmen zusammen auftraten und deren Kräfteverhältnis, retroperspektiv, ziemlich ausgeglichen waren. Danach kamen Christopher Lee und Peter Cushing bei Hammer, die in sage und schreibe 22 Filmen auftraten (aber nicht nur ausschließlich bei Hammer). Tja, und das war’s eigentlich schon, andere hochkarätige Horror-Duos, die schon durch ihre Namen eine eigene Marke bildeten, etablierten sich nie, obwohl es natürlich viel mehr Horror-Stars als diese vier gab. In einer Zeit, in der Name-Value manchmal der einzige Grund waren, warum man jene Namen holte, und es nur darum ging, Geld einzuspielen (und das Billing bestimmter Schauspieler schon dafürstand, dass diese Geld brachten), ist das Billing ja sehr wichtig gewesen. Gehen wir also mal durch: Wer speilte mit wem, wie oft?
- Karloff & Lugosi: Sieben Filme (und nein, die Cameos der beiden in The Gift of Cab zähle ich nicht mit)
- Christopher Lee & Peter Cushing: 22 Filme
Danach wird es schon interessant:
- Karloff & Lee: Gerade mal in zwei Filmen, die nicht mal sehr bekannt oder populär sind…
- Karloff & Cushing: Kein einziges mal trafen diese beiden Schauspieler aufeinander. Es wäre interessant gewesen… wie hätten die beiden aufeinander reagiert?
- Vincent Price & Karloff: Immerhin drei Mal
- Lon Chaney Junior & Karloff: Nur zwei Mal, was überraschen könnte, da beide lange Zeit bei Universal waren
- Lon Chaney Junior & Price: Lediglich ein Mal
- Lon Chaney Junior & Lee / Cushing: Kein einziges mal
- Lon Chaney Junior & Lugosi: Vier mal
- Lon Chaney Junior & Karloff & Lugosi: Dieses Trio war leider kein einziges mal zusammen auf der Leinwand zu sehen
- Lugosi & Price / Lee / Cushing: Aufgrund des verfrühten Ablebens von Lugosi (wobei 73 Jahre 1956 schon über der durchschnittlichen Lebenserwartung stand) kam es leider zu keinem Zusammentreffen
- Cushing & Lee: Nur Drei mal
- Lee & Price: Auch nur Drei mal
- Und nun alle drei zusammen: Price & Lee & Cushing: Nur zwei Mal
Nun könnte ich auch noch Carradine, Atwill und Zucco hinzuziehen, das würde aber überhandnehmen. Zumindest Atwill spielte sowohl mit Lugosi (5x), Karloff (2x) und Chaney Junior (5x) zusammen und erschien damit mit jedem großen Namen der Goldenen Horrorzeit auf der Leinwand. Am Ende überrascht es, denn es ist niemand geringeres als John Carradine, der als einziger mit jedem Horror-Star zusammen auftrat, denn er spielte mit: Lugosi (3x), Karloff (1x), Chaney Junior (6x), Atwill (2x), Zucco (3x), Cushing (1x), Price (1x), Lee (1x), Rathbone (3x). Ebenso überraschend ist es, dass es in beiden klassischen Horror-Ären (30er + 40er / 60er + 70er) nie zu einem großen Zusammentreffen aller Namen kam. Bei House of Frankenstein 1944 fehlte Lugosi (dabei waren: Karloff, Chaney Junior, Atwill, Zucco, Carradine). In den 60er Jahren hätte man theoretisch Karloff, Chaney Junior, Carradine, Rathbone, Lee, Cushing und Price zusammenbringen können, aber wie gesagt, dies geschah lediglich in bestimmten Kombinationen, ohne dass jemals alle zusammen waren. Wieso kam damals kein Produzent darauf? Das Beste wäre ja wahrlich gewesen, wenn es einen Film gegeben hätte, wo ALLE mitgespielt hätten…
Wieso ich das jetzt so weit auswalze? Erstens, weil mir sonst nichts für das Vorwort eingefallen wäre, und zweitens, weil es zum Thema passt, denn im heutigen Film treffen die drei größten Akteure der zweiten Horror-Welle ZUSAMMEN auf (naja, fast): Vincent Price, Christopher Lee und Peter Cushing. Das muss doch eigentlich Spaß bringen, oder?
Inhalt:
Irgendwo in England, das nun unter einer obskuren Militärdiktatur steht, geschehen brutale Morde. Die Opfer sind verstümmelt und ihnen wurde das Blut ausgesaugt. Der unbekannte Täter wird als „Vampir-Mörder“ getauft.
Die Morde geschehen unweit vom Anwesen des Dr. Mabuse, der der Polizei jedoch nicht weiterhelfen kann. Der Polizei gelingt es schließlich sich auf die Spur des Mörders zu haften, als sie eine Undercover-Polizistin in einen Club einschleusen, wo der Mörder sie anspricht. Die anschließende Verfolgungsjagd mündet in der Festnahme des Täters, der kurzerhand mit Handschellen ans Auto gebunden wird. Doch er reißt seine Hand ab, flüchtet erneut und springt schließlich in einer Scheune nahe von Dr. Mabuses Anwesen in ein Säurebad… Gleichzeitig begeht der Superintendant der Militärdiktatur morde. Bereits Major Heinrich, der die brutalen Methoden des Superintendanten nicht unterstützte, musste dran glauben und wurde von ebenjenem mit einem Handauflagen getötet (die sogenannte Tor-Johnson Methode wohl. Anm. d. R.)
Der junge Polizist David Sorel, dessen Freundin die Undercover-Polizistin war, betritt Dr. Mabuses Anwesen. Was hat er zu verbergen?
Besprechung:
Tjaja, da beginnen wir das Jahr gleich mit einer grotesken Obskurität, die ich aber, immerhin, irgendwie habe kommen sehen. Denn dass Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse Stuss sein würde, war mir schon vorher bekannt, u.a durch das Lesen einiger Kritiken. Aber alleine schon aus filmhistorischer Sicht deucht es dem Genrekenner, dass dieser Streifen kein besonderer Weitwurf werden konnte.
Immerhin, hier kommen wirklich zahlreiche Größen des Horrorfilms zusammen. Da passt das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ auch schon wieder. Tatsächlich ist Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse die einzige Zusammenarbeit (oder besser: die einzige Zusammenarbeit, die mir bis dato bekannt ist/war) zwischen den beiden uns wohl bekannten Produktionshäusern American International Pictures und Amicus. Wem diese beiden Namen nichts sagen, möge bitte nochmal dieses Grundwissen nachholen (u.a nachlesbar in folgenden Kritiken: Der Foltergarten des Dr. Diabolo für Amicus und The Bat People, The Journey to the Seventh Planet und Robur – Der Herr der Sieben Kontinente für AIP). Diese beiden Studios kochten für gewöhnlich ja ihr eigenes Süppchen: Amicus mit ihren zahlreichen Anthologien (gerne mit Christopher Lee und/oder Peter Cushing) und AIP mit ihren Gothic-Vincent-Price-Vehikeln (gerne auch mit Peter Lorre und Boris Karloff). Aber, wie schon sooft auf dieser Seite erwähnt, ging es Ende der 60er so langsam zu Ende mit den altmodischen Schinken, die immer weniger Geld einnahmen. Warum sich nicht also zusammentun, dachten sich Samuel Z. Arkoff, James H. Nicholson, Milton Subotksy und Max Rosenberg? Wir haben ja die drei größten Stars des Horrorfilms, in Kombo müsste das doch richtig reinhauen, oder nicht?
Naja, eher nicht. Leider, leider. Wie im Vorwort erwähnt, ist es mit den Kombinationen von Genre-Ikonen ja immer so eine Sache (wirklich ikonisch sind ja lediglich zwei Duos geworden: Karloff & Lugosi sowie Lee & Cushing). Dass alle beteiligten zu der Zeit, naja, etwas „kränklich“ waren (ok, Cushing sah nie zu 100% gesund aus), fällt rasch auf. Der Film kam 1974 raus: Amicus sollte nur noch sieben Jahre durchalten (immerhin), AIP befand sich im langsamen, aber sicheren Abstieg, Vincent Price war mit der Qualität der ihm von AIP vorgelegten Skripts absolut nicht mehr zufrieden (zu Recht) und Christopher Lee hatte ehedem keine Lust mehr auf den Kram, weswegen er ein paar Jahre später ja auch die Reißleine zog und in die USA ging.
Nichtsdestotrotz bauen sich bei diesen legendären Schauspielern ja eine gewisse Erwartungshaltung auf. Wie im Vorwort angesprochen, tauchten die Köpfe, die den Horror der 50er bis 70er Jahre verkörperten, lediglich in zwei Filmen alle zusammen aufeinander: 1983 bei Cannon in Das Haus der langen Schatten (jüngst für eine neue Mediabook-VÖ von Wicked Vision) und dann eben bei Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse. Obwohl, Nein, ich will ja auch nicht lügen, die Legenden treffen hier NICHT aufeinander. Peter Cushing teilt keine Szenen mit seinen Co-Stars, und Christopher Lee darf nur zum „Höhepunkt“ (Hüstel) rasch seinen Zinken in das Mad-Scientist Labor von Price halten, damit AIP und Amicus sich nicht sagen lassen mussten, sie würden das zahlende Publikum nicht komplett hinters Licht führen.
Aber eines nach dem anderen. Fangen wir bei dem Skript an. Dass es Stuss sein würde, war mir fast klar, aber dass es dann auch noch so ein wirrer, zielloser Stuss sein würde, das habe ich nicht erwartet. Sicherlich, die Produkte von AIP zu jenen Tagen sind mit Vorsicht zu genießen (falls sie überhaupt genießbar sind. Wie The Bat People von 1974 oder The Incredible 2-Headed Transplant von 1971 sind ja wahrlich keine Feuerwerke der guten Laune, ganz im Gegenteil…).
Interessanterweise basiert die Plotte auf einem Roman, namentlich The Disorientated Man vom Pulp-Schreiber Peter Saxon. Amicus kaufte die Rechte, zuerst schrieb Subotsky höchstpersönlich die Story in ein Filmdrehbuch um, das aber als „unplayable“ bezeichnet wurde und deswegen wurde einer der neueren Gothic-Schreiber jener Tage, Christopher Wicking, drangesetzt. Der versorgte zu dieser Zeit sowohl Hammer (Die Braut des Satans, Das Grab der blutigen Mumie, Dämonen der Seele) als auch AIP (Der Todesschrei der Hexen, Im Todesgriff der roten Maske, Murders in the Rue Morgue) mit Drehbüchern. Und zwar, soweit kann ich sagen, mit nicht allzu kompetenten, denn sowohl Die Braut des Satans als auch Das Grab der blutigen Mumie fand ich eher, ähm, inkohärent, wirr und ziellos. Und nun, nach Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse, glaube ich, dass das keine Ausnahme, sondern die Regel bei ihm war.
Zuerst einmal ist das Problem, dass 70 Minuten keinen blassen Schimmer hat, was überhaupt gespielt wird, bis Vincent Price zum Schluss alles erklären darf (bzw. muss, denn sonst würde wirklich keiner verstehen, was da passiert). Davor laufen die beiden Handlungsstränge, der mit der Militär-Diktatur, und der mit den Morden, halbgar aneinander vorbei, ohne irgendeine Symbiose einzugehen. Und bis zum Schluss wird ohnedies nicht klar, was die Diktatur mit den Experimenten von Dr. Mabuse, und andersherum, miteinander zutun haben. Hier und da kann man sich das zusammenreimen, aber Sinn ergibt das keinen. Man kann den Zuschauer ja gerne ein bisschen im Dunkeln lassen, aber irgendwann sollte man doch mal anfangen, irgendeine Geschichte aus den hingeworfenen Versatzstücken zu schaffen. Es ist einfach wirr und konfus, und darüber hinaus auch noch unnötig in die länge Gestreckt. Die Verfolgungsjagd nach dem Mörder nimmt ziemlich lange Zeit in Anspruch und so spannend ist die jetzt auch nicht inszeniert, dass das ein großer Pluspunkt wäre. Und auch die Tanzszenen in den obskuren Clubs sind etwas ausgewalzt.
Es ist mal wieder eine Review, wo ich das Ende erklären muss, weil ich sonst gar nicht in Worte fassen könnte, was da wieso keinen Sinn ergibt. Also, Spoiler für den nächsten Abschnitt.
Also… Vincent Price hat als Dr. Mabuse künstliche Menschen erschaffen, sogenannte „Kompositen“. Wie genau er das nun bewerkstelligt, bleibt dahingestellt, scheinen irgendeine Art von Homunculi zu sein, also synthetischen Menschen, gezüchtet quasi. Gleichzeitig bedient er sich aber auch bei der Frankenstein’schen Menschenherstellungsmethode, sprich: Er holt sich Körperteile von lebenden Menschen (bzw. lebten sie solange, bis Mabuse ihnen ein paar Körperteile klaut, ne?). Zu Schluss holt er einen seiner Homunculi in den OP-Saal und gleichzeitig die Freundin die zuvor gefangen genommene Freundin von David, um ihren Schädel in den Kopf seiner Homunculi-Frau zu transplantieren (wohlgemerkt nicht den gesamten Kopf, denn die Homunculi-Frau von Mabuse hat alle Körperteile, die ein Mensch so hat. Also will er nur den Schädelknochen transplantieren? Zumindest gehe ich davon aus). Wenn Dr. Mabuse also menschliche Körperteile braucht, um diese seinen Homunculi zu geben, würde das auch den armen Jogger erklären, dem nach und nach Beine und Arme weggenommen werden. An anderer Stelle wird aber bei der Untersuchung der Hand des Mörders klar, dass diese nicht menschlich, sondern durch und durch synthetisch ist. Also, wie jetzt? Baut er aus Körperteilen neue Menschen zusammen, oder züchtet er neue Menschen? Man sieht ja in seinen Kühlkammern auch Arme, Beine etc. Es ergibt einfach keinen Sinn, hier wird alles zusammengeworfen, was man mit Mad-Scientists jemals schon mal irgendwann gemacht hat.
Doch auch der anderer Handlungsstrang, der mit der Militär-Diktatur, wird nicht zufriedenstellender erklärt bzw. beleuchtet. Was genau dahinter steckt, wird nicht klar. Und auch, wieso der „Superintendant“ (ebenfalls ein Homunculus) plötzlich seine Kollegen tötet, wird nicht erklärt. Ebenso wenig, was nun Christopher Lees Rolle in der ganzen Chose macht. Es ist bezeichnend, dass ich ihn in der Inhaltswiedergabe nicht erwähnt habe, denn er ist für diese eben auch nicht wichtig und hätte bedenkenlos gestrichen werden könne. Er läuft bis zum Ende nur sinnlos herum und erzählt ein bisschen was von irgendwelchen Waffensystemen. Bis er zum Schluss direkt bei Dr. Mabuse vorfährt und diesen nur durch seinen starren Blick dazu zwingt, sich in das Säurebecken fallen zu lassen (Dr. Mabuse hatte vermutlich auch keine Lust mehr).
Wie hängt das Ganze nun zusammen? Wer hat die Kompositen als erstes erschaffen? Dr. Mabuse kann es nicht gewesen sein, denn er selbst ist einer von diesen Kompositen. War es die Militärdiktatur? War es Christopher Lees Figur? Kämpft er gegen die Diktatur? Wieso kann der Superintendant seine Feinde mit einem Schulterauflegen töten? Wieso will er alle anderen Kompositen vernichten? Und was bitte soll die letzte Szene: David und seine Freundin sitzen in Fremonts Wagen, der selber auf dem Fahrersitz platzgenommen hat. Die Kamera zoomt auf ihn, dann schreien David und seine Freundin auf.
Spoiler Ende. Tja, da zucke ich nur mit den Schultern und sage nix mehr. Ich mag Pulp ja sehr, sehr gerne, es darf gerne verrückt und an den Haaren herbeigezogen sein. Aber wenn nix erklärt wird und am Ende des Films immer noch keine logische Handlung erkennbar ist, dann ist es das Skript nicht wert, gedreht zu werden. Und schon gar nicht ist es dieses Skript wert, mit solch einem Cast versorgt zu werden! Wie erwähnt, die das große Trio (weswegen man sich diesen Streifen nun mal anschaut) taucht in keiner einzigen Szene zusammen auf, was ja schon Grund genug ist, dass AIP und Amicus sich schämen sollte. Peter Cushing ist in seiner Rolle als Nazi-Kommunist verschenkt, seine Screentime beschränkt sich auf eine einzige (oder waren’s zwei?) Szene von wenigen Minuten, die weder der Handlung hilft, noch großartige Schauwerte bietet. Gerade in der Figur des schneidigen, eiskalten Militärs konnte Cushing absolut fantastisch sein (nicht ohne Grund sollte Grand Moff Tarkin in Star Wars seine populärste Rolle werden, zumindest abseits des Horror-Genre. Ein anderes Beispiel wäre seine Figur des SS-Kommandanten in Shockwaves, ähnliche Rollen stellte er in Son of Hitler von 1979 und Die Standarte von 77 dar). Was bezüglich seiner Figur hier des Weiteren auffällt (im wahrsten Sinne des Wortes) ist, wie gesund und „kräftig“ (für seine Verhältnisse) er hier noch aussah. Der Film entstand Ende 1969, 1971 starb seine Frau, und danach baute Cushing bekanntermaßen stark ab. Vergleicht man sein Aussehen hier mit späteren Auftritten, fällt auf, wie stark er körperlich doch in dieser kurzen Zeit abbaute…
Lustig ist’s ja, dass Cushing in seiner kurzen Szene sogar noch motivierter wirkt als seine Kollegen. Christopher Lee schaut in seinen Szenen (auch nicht sehr viele, aber zumindest mehr als Cushings) durchgehend bedröppelt rein, viel Herzblut verschüttet er an diese undankbare Rolle sichtlich nicht. Vincent Price hingegen liefert sein typisches Minenspiel, das wie immer unterhält, doch auch ihm merkt man an, dass er mit dem Skript nicht sonderlich viel anfangen konnte. Summa Summarum schlussfolgert der geneigte Fan dieser Stars, das keiner von ihnen überhaupt viel Screentime hat und dass zumindest Cushing und Lee nur wegen ihres Namens gecastet wurden (ok, dies war bei Lee öfter der Fall, bzw. nahm der gute Herr in diesen Jahren so manch kurzen Auftritt des Gagenchecks wegen mit. Siehe Tunnel der lebenden Leichen).
Der Rest des Casts ist absolut ausdruckslos und höchst uninteressant (und austauschbar). Ein Held wird erst gar nicht aufgebaut, in den letzten 20 Minuten soll man dann aber mit dem charakterlosen Polizisten David mitfiebern (mir wäre es lieber gewesen, wenn die Kompositen sich verbündet und die Welt erobert hätten. Das hätte mehr Spaß gemacht).
Wie schaut es mit der Regie aus? Gordon Hessler ist sicherlich kein Name, der für sonderlich gekonnt-inszenierten Brit-Horror steht (bei AIP drehte er noch Der Todesschrei der Hexen sowie Im Todesgriff der roten Maske, und davor sogar noch bei Columbia Sindbads gefährliche Abenteuer mit Harryhausen-Effekten). Immerhin ist seine Regie besser als das Skript (was allerdings auch nicht schwer war). Während die Verfolgungsjagd nach dem Mörder sehr statisch rüberkommt, bringt er in die restlichen Szenen durch stetige Kamerabewegungen (u.a sogar Crane-Shots) ein bisschen Dynamik rein, damit wenigstens irgendwas auf dem Bildschirm passiert. Ein bisschen Abwechslung bietet lediglich das Faktum, dass es nicht wieder typischer Brit-Gothic ist. Viel mehr zu sehen als ein paar „neumodische“ Clubs und ein paar Wäldchen im britischen Hinterland gibt’s allerdings nicht.
Vorliegen tut mir die Wicked-Vision Blu Ray. Damit kann man sich sicher sein, dass man für gutes Geld ein rundes Gesamtpaket mit passender Qualität erhält.
Fazit:
Man hätte wesentlich schlechter in das neue Jahr starten können (aber auch wesentlich besser). Das Trio Cushing-Lee-Price wird auf sträfliche Art und Weise verschwendet, die Story ist hirnrissig, schwachsinnig, dumm und dümpelt ziellos vor sich her, und optisch bietet der Film nix, was die vorangegangenen Kritikpunkte wettmachen würde. Ach ja, und es gibt im Film weder lebende Leichen, noch einen Dr. Mabuse, und dementsprechend auch keine lebenden Leichen eines Dr. Mabuse (immerhin aber haben sie für die Deutsche Synchro Price in „Dr. Mabuse“ umgetauft, aber es ergibt ja trotzdem keinen Sinn). Aber wir kennen die Deutschen Verleiher ja…
5,0 / 10 Punkten.


